Geburt und Aufzucht junger Seehunde

Seehunde kommen in der Regel Anfang Juni bis Mitte Juli auf einer trockengefallenen Sandbank im Wattenmeer zur Welt, die das Muttertier aufsucht, sobald die Wehen einsetzen. Zur Niederkunft entfernt sich das trächtige Tier von der Gruppe. Es kommt zu einer Sturzgeburt, also einer schnellen Geburt, bei der die Fruchtblase meist direkt platzt. Erreicht das nächste Hochwasser den Liegeplatz, muss das Junge schwimmen. Die Fähigkeit dazu ist ihm angeboren. Anders als alle anderen Robbenarten, hat das Seehundjunge sein weiches, wasserdurchlässiges Embryonalfell bereits im Mutterleib abgestoßen und ist mit dem glatten Fell erwachsener Seehunde bestens zum Schwimmen ausgestattet.

Die Zeit bis zur nächsten Flut nutzen die von der Geburt erschöpften Seehunde, um sich auszuruhen und um das Junge das erste Mal zu säugen. Die Muttermilch ist mit 45% bis 55% Fettgehalt extrem nahrhaft, so dass das Seehundjungtier schnell zu Kräften kommt. Die Säugung kann nur auf Sandbänken stattfinden. Während einer Trockenperiode muss das Jungtier mindestens dreimal gesäugt werden. Ruhe ist dafür besonders wichtig. Störungen, zum Beispiel durch unbedarfte Sportbootfahrer oder ohne Wattführer wandernde Touristen, haben starke negative Folgen.

In den folgenden vier bis fünf Wochen muss das Seehundjunge deutlich zunehmen. Während es bei der Geburt bei einer Länge von durchschnittlich 80 cm nur 7-12 kg wog, verdreifacht sich sein Gewicht in dieser Zeit auf bis zu 27 kg. Wenn es selbständig wird, braucht das Junge diese Fettreserve. Obwohl Jungtiere instinktiv Fische fangen können, braucht es eine gewisse Zeit um zu lernen, sich selbständig zu ernähren.

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