Erster Heuler Niedersachsens 2019

Nach einem Gewitter am 19. Mai 2019 kam der Anruf von der Nordseeinsel Borkum: Ein kleiner Seehund, allein am Strand. Der ehrenamtliche Wattenjagdaufseher machte sich sofort auf den Weg, um das Tier zu beobachten. Nachdem sichergestellt war, dass ein Kontakt zum Muttertier ausgeschlossen ist, wurde das Tier zum Festland transportiert und in die Quarantänestation, die sich im Waloseum befindet, eingeliefert.

 

„Freya“ ist der erste mutterlos aufgefundene Heuler des Jahres 2019. Sie wiegt 7,6 Kilogramm, bei einer Länge von 74 cm. Nach einer ausführlichen Eingangsuntersuchung wurde sie in der Quarantänestation erstversorgt. In den nächsten Wochen werden auch alle weiteren Neueinlieferungen jeweils ihre ersten Tage im Waloseum verbringen.

Freya bei der Eingangsuntersuchung

         Freya in der Quarantänestation

 

Unter fachkundiger Pflege hat „Freya“ sich bereits gut entwickelt und ist mittlerweile in die Seehundstation Nationalpark-Haus umgezogen.

 

Beide Einrichtungen sind täglich von 10-17 Uhr geöffnet. Gefüttert wird täglich um 11 Uhr und um 15 Uhr.

 

Die Geburtenphase der Seehunde und somit die Aufzuchtphase hat begonnen. Die Jungtiere werden von den Muttertieren an Land und auf Sandbänken gesäugt und während der Nahrungssuche kurzfristig abgelegt. Ein Jungtier am Strand bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass es sich um einen Heuler handelt, der dauerhaft von seiner Mutter getrennt wurde.

 

Durch menschliche Störungen kommt es vor, dass ein Jungtier nicht ausreichend gesäugt werden kann. Ihm fehlt dann die Kraft, dem Muttertier zu folgen. Ein „Heuler“ entsteht.

 

Der Leiter der Seehundstation Norddeich, Dr. Peter Lienau bestätigt, dass in kürzester Zeit bereits zehn weitere Heuler eingeliefert wurden: „Christi Himmelfahrt und Pfingsten haben viele Gäste für ein verlängertes Wochenende an die Küste gelockt. Wie man sich bei einem Seehundfund verhalten sollte, scheint noch nicht allen bekannt zu sein: nur zwei Worte muss man sich merken: „Ruhe und Abstand“.“ Aber nicht nur der Mensch ist schuld an der Entstehung von Heulern – auch langanhaltende Starkwindphasen oder heftige Sommergewitter können für die Trennung von Mutter- und Jungtier sorgen.

 

Strandbesucher, die in der Zeit zwischen Juni und Juli ein Jungtier finden, sollten aus Rücksichtnahme auf die Tiere folgende Verhaltensregeln einhalten:

 

  • Abstand halten (300 m).
  • Nicht anfassen.
  • Hunde an die Leine!
  • Fundort verlassen, damit die Mutter ggf. Kontakt zum Jungtier aufnehmen
  • Das Tier muss nicht bewacht werden!
  • Im Notfall melden Sie den Fund der Seehundstation unter 04931-973330. Wir prüfen, ob es sich um einen Heuler

 

Bereits nach vier bis sechs Wochen, also etwa ab August, sind die jungen Seehunde selbstständig. Sie können dann allein überleben und haben keinen Kontakt mehr zur Mutter.

 

Deshalb müssen Jungtiere, die keine offensichtlichen Verletzungen haben, ab dieser Zeit nicht mehr gemeldet werden! Weitere Informationen erhalten Sie täglich von 10-17 Uhr in der Seehundstation Nationalpark-Haus und dem Waloseum.

 

 

 

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Wir pflegen zur Zeit

in der Seehundstation:

31 Jungtiere
2 Seehunde


Im Waloseum:

Quarantänestation:
8 Jungtiere