Hochsaison für Heuler beginnt

Die Geburtenphase der Seehunde hat begonnen. Bereits am 30. April 2018 wurde der erste kleine Seehund von Touristen in Stade gemeldet.

Dieser wurde nach Prüfung durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter in die Quarantänestation der Seehundstation im Waloseum eingeliefert.

„Femke“ ist der erste Heuler des Jahres 2018. Mit 7,8 Kilogramm, einer Länge von 68 cm und dem weißen Embryonalfell handelte es sich um eine Frühgeburt. „Femke“ war grade einmal 2-5 Tage alt. Das Embryonalfell, Lanugo genannt, verlieren die Seehundjungtiere vor der Geburt eigentlich noch im Mutterleib.

Sie wurde in der Quarantänestation im Waloseum erstversorgt. Am 14.05.2018 wurde „Snorre“, ebenfalls eine Frühgeburt, in Wilhelmshaven aufgefunden.

Nach einigen Tagen unter Beobachtung und nach Abschluss der tiermedizinischen Untersuchungen, konnten beide bereits in die Seehundstation „umziehen“,

wo sie täglich von 10-17 Uhr beobachtet werden können. Gefüttert wird täglich um 11 Uhr und um 15 Uhr.Unter fachkundiger Pflege haben sich beide nunmehr gut entwickelt, was bei Frühgeburten nicht unbedingt immer der Fall ist.

„Femke“ ist sehr wahrscheinlich durch ein schweres Gewitter von der Mutter getrennt worden, „Snorre“ hingegen scheint ein Opfer menschlicher Störungenam langen Himmelfahrtswochenende zu sein, erläutert Dr. Peter Lienau, Leiter der Station. Das Fronleichnamswochenende sorgte für fünf weitere Heuler, die sich noch in der Quarantänestation im Waloseum befinden.

Seehund-Jungtiere werden im Juni/Juli geboren, von den Muttertieren auf Sandbänken gesäugt und während der Nahrungssuche kurzfristig abgelegt.Ein Jungtier am Strand bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass es sich um einen Heuler handelt, der dauerhaft von seiner Mutter getrennt wurde.

Durch menschliche Störungen kommt es vor, dass ein Jungtier nicht ausreichend gesäugt werden kann. Ihm fehlt dann die Kraft, dem Muttertier zu folgen.Ein „Heuler“ entsteht. Strandbesucher, die in der Zeit zwischen Juni und Juli ein Jungtier finden, sollten aus Rücksichtnahme auf die Tiere folgende Verhaltensregeln einhalten:

 

  1. Abstand halten (300 m).
  2. Nicht anfassen.
  3. Fundort verlassen, damit die Mutter ggf. Kontakt zum Jungtier aufnehmen kann.
  4. Das Tier muss nicht bewacht werden!
  5. Im Notfall melden Sie den Fund der Seehundstation unter 04931-97333-0. Wir prüfen, ob es sich um einen Heuler handelt.

Bereits nach vier bis sechs Wochen, also etwa ab August, sind die jungen Seehunde selbstständig. Sie können dann alleine überleben und haben keinen Kontakt mehr zur Mutter. Deshalb müssen Jungtiere, die keine offensichtlichen Verletzungen haben, ab dieser Zeit nicht mehr gemeldet werden! Weitere Informationen erhalten Sie täglich von 10-17 Uhr in der Seehundstation Nationalpark-Haus Norden-Norddeich und dem Waloseum.

 

Veröffentlicht unter News

Wir pflegen zur Zeit

in der Seehundstation:

12 Seehunde

in der Quarantänestation:
zur Zeit kein Tier